Gedanken und Wünsche
Blatt um Blatt fiel von den Bäumen
Nächte sind schon lang und kalt -
Die Natur fing an zu träumen,
Ruhepause für Feld und Wald -
Winter kommt mit Riesenschritten,
Rauhreif deckt die Wiesen zu.
Warme Stiefel, Schier und Schlitten
haben nicht mehr lange Ruh’.
Bald schon Flocken niederschweben,
lautlos tanzend, ungestüm -
Gefror’ne Seen wird es bald geben
und Blumen, die an Scheiben blühn.
Tannenkränze mit vier Kerzen
sieht man in den Stuben stehn,
liebevoll geschmückt mit Herzen
und mit Bändern - wunderschön.
Manche Tanne geht auf Reise,
bald stehen sie in jeder Stadt.
Kann es sein, sie seufzen leise?
Vielleicht ein Baum auch Heimweh hat?
Verändert wird ihr grünes Kleid,
Sterne strahlen in den Zweigen -
Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit
wird es uns ums Herz so eigen.
Vom Kalender fällt auch Blatt um Blatt,
das Jahr neigt sich dem Ende zu.
Egal was einer ist und hat,
er sehnt im Inn’ren sich nach Ruh’.
„Ruhe und Frieden auf der Erde“
ist größter Wunsch zur Weihnachtszeit!
Dass dieser Traum auch Wahrheit werde,
wünschen sich sehnlichst alle Leut’!
Doch beim Wünschen wird’s wohl bleiben,
„Liebes Christkind, bitte schön“,
wird so manches Kind nun schreiben,
„lass alle Menschen sich verstehn!“
Blatt um Blatt umsonst geschrieben,
denn bei den Mächtigen der Welt
bleiben solche Briefe liegen,
ungelesen - abgestellt.
Wieder werden Glocken klingen,
und alle hören ihr Geläut,
wenn sie wieder einmal singen
von Friede, Freude, Weihnachtszeit.
Ruhepause für uns alle,
Hoffnung für die ganze Welt -
Ruft und mahnt mit eurem Schalle,
dass der Weihnachtsfriede hält.
(c) Renate Harig - 1991











